Kapitel, Themen und AutorInnen:
Die Titel verstehen sich durchwegs als Arbeitstitel.
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Kulturgeschichte des Volkstanzes in Österreich und Südtirol
I. Wahrnehmungen des „tanzenden Volkes“ und seiner Tänze bis Ende 19. Jahrhundert
I.1. Tanzgeschehen vor Einsetzen einer bewussten Volkstanzpflege (ca. 17.-19. Jahrhundert)
Mag. Wolfgang Dreier (Musikwissenschaftler und Kommunikationswissenschaftler, u.a. Archivleiter im Salzburger Volksliedwerk, Leiter der Archiv- und Datenbankprojekte Salzburger Volkskultur)
I.2. Tanzverbote im Erzbistum Salzburg:
Mag. Andrea Bleyer-Weiß (Historikerin Salzburg) und Mag. Gerda Dohle (Historikerin Salzburg)
I.3. „Wechselbeziehungen zwischen Volkstanz, Gesellschaftstanz und „Historischem Tanz“
Mag. Judith Waldschütz (Musikerin, Tanzforscherin, Dissertantin am Institut für Volksmusikforschung und
Ethnomusikologie, Wien)
Ausgehend von dem Ansatz, dass das Repertoire der österreichischen Volkstänze zu einem großen Teil aus
Gesellschaftstänzen des 17., 18. und 19. Jahrhunderts besteht, sollen die vielfältigen Wechselbeziehungen, durch die ein Tanz und seine Entwicklung
beeinflusst wird, angesprochen werden. Anhand eines Tanzes, der heute seinen Platz als niederösterreichischer Volkstanz gefunden hat, soll die
Geschichte des „Sir Roger/Scharutscha“ in Europa punktuell aufgezeigt werden. Als Quellen dienen hauptsächlich historische Tanzlehrbücher nebst
Beschreibungen der in Ihnen beinhalteten Tänze aus Frankreich und England, und die überlieferten Tanzbeschreibungen des „Scharutscha“ aus dem 20.
Jahrhundert.
I.4. Konstruktion und Etablierung eines Traditions-Genres. Beginn und zunehmende Professionalisierung (Ende 18. – Ende 19. Jh.)
Mag. Waltraud Froihofer (Ethnologin)
II. Forschung und Pflege – Konstruktion und Tradierung
II.a. Überblicke
II.a.1. Der gepflegte Tanz – Volkstanz und Volkstanzkultur im Schnittpunkt von Pflege, Forschung und staatlichen Interessen (20. Jahrhundert).
InitiatorInnen, MultiplikatorInnen. Tradierungsmuster und –mechanismen im jeweiligen gesellschaftlichen, zeitlichen, politischen, kulturellen Kontext des 20. Jh.. Transformationen des Volkstanzes durch kulturpolitische Interessen, staatlich gestützte Konzepte zur „Rettung“ des Volkstanzes, Instrumentalisierung der Volkstanzkultur.
Mag. Waltraud Froihofer (Ethnologin)
II.b.10. Kontinuitäten und Brüche. Zur Tradierung des Volkstanzens als Wissen und Praxis.
Frage nach der Tradierung des Wissens um das Volkstanzen (Mythen, Entstehung, Geschichte, Tradition ...) und des Volkstanzens an sich (Kurse, Volkstanzgruppen, Folklorevereine ...), wobei diese Untersuchung den Begriff Volkstanz nicht als rein alpenländisches Phänomen versteht, sondern auch den Blick auf das jüdische, bosnische, türkische, ... Volkstanzen mit Schwerpunkt Graz richtet. Als Quellenmaterial werden narrative biografische Interviews herangezogen.
Mag. Maria Froihofer (Historikerin) und Mag. Elke Murlasits (Historikerin) beide „Büro der Erinnerungen“ am Landesmuseum Joanneum in Graz.
II.a.2. Volkstanz im Interessensfeld institutionalisierter Volkskunde des 20 Jahrhunderts
Volkstanz im Aktionsfeld von Volkskundlern, Volkstanz im wissenschaftlichen Diskurs. Richard Wolfram, „wissenschaftlicher Vater“ des Volkstanzes - sein Einfluss auf die Volkstanzkultur im 20. Jahrhundert.
Dr. Elsbeth Wallnöfer (Kulturwissenschaftlerin; Organisations- und Wissensmanagement)
II.a.3. Geschichte und Wandel der Volkstanzmusik in Österreich und Südtirol
Schwerpunkt: Verschriftlichung und Vermittlung (Personenkreise, Auswahlkriterien, Aufzeichnungsmethodik, transportierte Werte und Gesinnungen)
Mag. Kerstin Pleschonig (Institut für Musikwissenschaften Mozarteum Salzburg)
II.a.4. Tanzforschung und –pflege bei den autochthonen Minderheiten in Österreich
Schwerpunkt: Tanz in der Kultur der Roma. Art der Tradierung, Forschungen, soziale, gesellschaftliche Bedeutungen etc.
ao. Univ.- Prof. Dr. Ursula Hemetek (Institut für Musikethnologie und Volksmusikforschung Wien)
II.a.a.1. Exkurs: Tanztradition der Burgenländischen Kroaten
Gabriela Novak-Karall (Burgenländisch-kroatisches Zentrum Wien)
II.a.b.2. Exkurs: Tanztradition der Ungarn in Wien
Fritz Oberhofer (u.a. Leiter des Ungarischen Kultur- und Sportvereins Wien)
II.b. Volkstanz als Idee
II.b.1. Alt und Echt – Kriterien für den Volkstanz
Ethnisierung des Volkstanzes. Fundamentalismus in der Volkstanzkultur. Folklorisierung, Identitätsfragen;
o. Univ. Prof. Dr. Konrad Köstlin (Institut für Europäische Ethnologie Wien)
II.b.2. Volkstanznachrichten in der Zeitschrift „Das deutsche Volkslied“ (1899-1949)
Volkstanz im Umfeld deutschnationaler und nationalistischer Bestrebungen; Josef Pommer und sein Einfluss auf die entstehende Volkstanzkultur. Raimund Zoder war zum Teil Mitherausgeber der Zeitschrift; zahlreiche Volkstanzpublikationen wurden im Medium veröffentlicht.
Dr. Iris Mochar-Kircher (Ethnologin, Archiv Wiener Volksliedwerk)
II.b.3. Volkstanz in der Jugendbewegung und im studentischen Umfeld von 1918-1938
Volkstanzboom in jugendlichen Organisationen
Mag. Herbert Nikitsch (Institut für Europäische Ethnologie Wien)
II.b.4. Sonderfall Südtirol: Die Rolle des Volkstanzes in Südtirol nach 1918.
Volkstanzkultur als Enklave und Form des politischen Widerstands. Möglichkeiten der Tradierung.
Mag. Manuela Cristofoletti (Musikwissenschaftlerin, Archivleiterin am Institut für Musikerziehung in deutscher und ladinischer Sprache)
II.b.5. Jüdische Bezüge zur alpenländischen Volkstanzkultur - Zwischen amikaler Nähe und Verbot.
(Volkskultur im Allgemeinen und Volkstanz im Besonderen als Teil des Identitätskonzeptes; jüdische Volkstanz-ForscherInnen z.B. Konrad Mautner; Praktiken des Antisemitismus im Bereich Volkstanz; Shoa und deren Auswirkungen - kann alpenländischer Volkstanz je wieder Teil der Identität eines jüdischen Menschen sein. Stellt sich diese Frage heute überhaupt noch?)
Dr. Hanno Loewy (Jüdisches Muesum Hohenems)
II.b.6. Der Anteil der Volkstanzkultur an der Restauration nach 1945.
Tradition und Heimat als nationale Identifikationsmuster. Volkstanzkultur als nationale Staffage; Volkstanz als Mittel staatlicher Imagekorrektur-Bemühungen, als Vermittlungsinstrument nationaler Harmonie. Die Konstruktion von nationaler Identität über Heimatbilder und darauf gründende Vorstellungen zu Volkstanzkultur prägen das volkstänzerische Geschehen vielfach bis heute.
ao. Univ.- Prof. Univ.- Doz. Dr. Dieter A. Binder (Institut für Zeitgeschichte Graz)
II.b.7. Frau - Nation – Heimat.
Frage im Bereich der Volkstanzkultur, Schwerpunkt auf Ilka Peter und ihre Rolle im Zusammenhang nationalistischer Bestrebungen
Mag. Dr. Heidrun Zettelbauer (Institut für Geschichte/Allgemeine Zeitgeschichte Graz; Zentrum für Kulturwissenschaften Graz)
II.b.8. Gedrehte Dirndl und drehende Burschen - Institutionalisierter „Volkstanz“ als Ort der Erfindung, Ritualisierung
und Verteidigung von Gender-Images
Die vor allem ab 1930 flächendeckend propagierte und institutionalisierte „Pflege“ des „Volkstanzes“
trat und tritt in vielerlei Hinsicht normierend auf, wobei das Verständnis von Tanz als erotische
Praktik und/oder Metapher einerseits und als bildhaftes Aktionsfeld eines Mann-Frau-Paars,
andererseits seine Wirkungsweise als Träger von Botschaften und Einübung von Geschlechterverhältnissen ermöglichte. Dass diese vermeintlich traditionelle Form als unbedenklicher
und zu fördernder Kontakt gegenüber „volksfremden“, „unkeuschen“ oder als skandalös definierten
Tänzen (Tango, Rock, Disco) überhöht werden konnte, liegt vor allem auch daran, dass „Volkstanz“
als eindeutiger und sicherer Stein in der Brandung vermeintlich unsicherer Gender-Rollen und
problematischer Sexualitäten vorgestellt wurde. In der Auseinandersetzung damit soll unter anderem
den Fragen nachgegangen werden, welche Schwerpunkte und Eingriffe dazu in der „Erfindung“ des
„Volkstanzes“ gewählt wurden, wie diesbezügliche Botschaften codiert und transportiert wurden,
aber etwa auch, wie sich Frauen und Männer unterschiedlich in der institutionalisierten
„Volkstanzbewegung“ engagierten und welche exklusiv einem Geschlecht vorbehaltenen Räume
innerhalb derer definiert wurden.
Mag. Stefan Benedik Karner (Historiker Graz/Prag)
II.b.9. Kollektiver Volkstanzcode oder divergierende Vorstellungen? Zum Volkstanzbild heute.
Offenes Volkstanzen kontra Vereinstanzen – Volkstanzkultur der Landes-ARGEs kontra Trachtenvereinskultur; Gegensätze und Gemeinsamkeiten; Volkstanz abseits institutionalisierter Pflege
Ursula Schumacher (Salzburger Volkskultur)
II.b.a. Exkurs Tracht
II.b.a.1. Was hat Volkstanz mit Tracht zu tun?
Visualisierter Volkstanz in ikonographischer Analyse
o. Univ. Prof. Dr. Konrad Köstlin (Institut für Europäische Ethnologie Wien)
II.b.a.2. Tracht. Geschichte der Entdeckung und Inanspruchnahme
Dr. Ulrike Kammerhofer-Aggermann (SLIVK)
II.b.a.3. Trachtenerneuerung. Eine Intervention durch Frauen
Dr. Elsbeth Wallnöfer (Organisations- und Wissensmanagement)
II.b.a.4. Die Bedeutung der Mode für die Tracht
Dr. Gexi Tostmann (Tostmann Trachten Wien/Seewalchen)
II.b.a.5. Gewandel - Politiken des Anziehens und angezogene Politik 1935-56 an einem
lokalen Beispiel. Ein Versuch, „Tracht“ zu decodieren.
Kleidung trägt immer auch Botschaften. Diese alles andere als neue Einsicht ermöglicht auch ein
Querlesen von ländlicher Kleidung als Repräsentationsinstrument. In diesem Beitrag soll versucht
werden, anhand von Fotografien aus dem Nachlass eines Amateurfotografen Verbindungen und
Verknüpfungen von „Tracht“ und politischen Konzeptionen zu beleuchten. Nachgegangen werden
wird damit besonders den Funktionen von Kleidung als Ausdrucksform politischer Gesinnung auf der
Folie der mehrfachen Veränderung des ideologischen Mainstreams. Dabei soll nicht nur nach der
prinzipiellen ständigen Veränderung des vermeintlich Unveränderten oder nach den massiven
Einflüssen der nationalsozialistischen Konzeption von „Tracht“ im Nachkriegsösterreich gefragt
werden, sondern beispielsweise auch nach ihrer Funktion zur Signalisierung von Zugehörigkeiten
bzw. ihre Verwendung bei einer Verschiebung von Grenzen.
Mag. Stefan Benedik Karner (Historiker Graz/Prag)
II.c. Fokussierungen
II.c.1. Volkstanz als Stil. Begrifflichkeit, Ästhetik, Repertoire, Interpretation
Mag. Else Schmidt (Musikpädagogin und Musikwissenschaftlerin Wien)
II.c.2. Tanznotationen
Nicola Benz M.A. (Ethnologin Wien)
II.c.3. Einfluss des Volkstanzes auf die Entwicklung der Instrumentalmusik
ao. Univ. Prof. Dr. Monika Fink (Institut für Musikwissenschaft Innsbruck)
II.c.4. Die Wechselbeziehungen von Volkstanz und Volksmusik
Kommunikation und Interaktion von Musikanten und Tänzern beim Volkstanzen
Ass. Prof. Dr. Rudolf Pietsch (Institut für Volksmusikforschung und Musikethnologie Wien)
II.c.5. Grüne Wiese, Tanzboden, Gasthaus, Festsaal. Verortungen von Volkstanz
Univ.- Prof. Dr. Konrad Köstlin (Institut für Europäische Ethnologie Wien)
II.c.6. Tanzdokumentationen in den Fotographien von Erika Groth-Schmachtenberger
Dr. Ulrike Kammerhofer-Aggermann und Mag. Alfred Höck (Salzburger Landesinstitut für Volkskunde - kurz
SLIVK)
II.c.7. „Zurück aufs Land“
Das erste bundesstaatliche „bäuerliche Volksbildungsheim“ in Hubertendorf 1929-1938 (NÖ) und seine Bedeutung für die österreichische Volkstanzkultur.
Dr. Bernhard Gamsjäger (Volkskultur Niederösterreich, Volksmusikforscher)
II.c.8. Tanztradition der deutschen Minderheit im Fersental
Robert Schwärzer (Heimatpfleger, Südtirol)
II.c.9. Der Landler als Forschungsthema
Volker Derschmidt (Oberösterreichisches Volksliedwerk, zahlreiche Volksmusik- und Volksliedpublikationen)
II.c.10. Bedeutung des Volkstanzes im Trachtenvereinswesens
Dr. Paul Rachbauer (Volkskundler, Obmann des Trachtenverbandes Vorarlberg)
II.d. Archive und Sammlungen
II.d.1. Das Zoder-Archiv im Österreichischen Volksliedwerk
Mag. Michaela Brodl (Österreichisches Volksliedwerk)
II.d.2. Das Horak-Archiv im Volksmusikarchiv Bezirk Oberbayern
Ernst Schusser (Volksmusikarchiv Bruckmühl)
II.d.3. Das Wolfram-Archiv im Salzburger Landesinstitut für Volkskunde.
Schwerpunkte: Richard Wolfram als Wissenschaftler seiner Zeit – Überblick über das Schriftarchiv. Die Rolle Wolframs in der Volkstanzforschung. Wolframs Tonträger und Filme: Tanzdokumentationen im SLIVK
Dr. Ulrike Kammerhofer-Aggermann und Mag. Alfred Höck (SLIVK)
II.d.4. Die Sammlung von Ilka Peter
Dr. Iris Mochar (Archiv Wiener VLW)
II.d.5. Das Volkstanzarchiv Kärnten
Dr. Klaus Fillafer (u.a. Vorsitzender der ARGE Volkskultur Kärnten und Landesobmann des Kärntner Bildungswerks)
II.d.6. Die Sammlung von Herbert Lager
Nicola Benz M.A. und Mag. Else Schmidt
II.d.7. Die Sammlung von Prof. August Schmitt
Dr. Annemarie Bösch-Niederer (Vorarlberger Landesarchiv/Musiksammlung)
II.d.8. www.dancilla.com – die Internet-Volkstanzarchive
DI Mario Herger (Betreiber großer volkskultureller Websites zu den Themen Volkstanz, Gstanzln und Wienerlieder. Ehemaliger Tanzmusikant)
III. Soziales und Didaktik
III.a.1. Das volkstänzerische Vereinswesen und seine Bedeutung im gesellschaftspolitischen Zusammenhang
V. Ass. Mag. Karl C. Berger (Institut für Volkskunde Innsbruck)
III.a.2. Wege der Jugend zum Volkstanz
o. Univ.- Prof. Dr. Justin Stagl (Institut für Politikwissenschaft und Soziologie Salzburg)
III.a.3. Unterwegs in volkstänzerischer Mission. Volkstanz als soziales Interaktionsfeld
Mag. Waltraud Froihofer (Ethnologin)
III.a.4. „Elementare Tanzformen zur Förderung der Wahrnehmung“
ein Projekt zur Unterstützung von Sinneswahrnehmungen, Kommunikation und Integration von Kindern mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen.
Mag. Agnes Palmisano, Mag. Else Schmidt
III.b. Didaktik:
III.b.1. Kindertanz. Ideen, Ziele und Erfahrungen in der Kindertanzpädagogik
Birgit Fillafer (u.a. Betreuerin des Schulprojektes „Mit allen Sinnen“ in Kärnten)
III.b.2. KindertanzleiterInnenausbildung als Verbandsübergreifendes Angebot
Mag. Hadmut Glatz (u.a. Begründerin der
KindertanzLeiterInnenausbildung)
III.b.3. Tanzakademie Österreich und länderspezifische Tanzleiterausbildungen
Dr. Klaus Fillafer (u.a. Vorsitzender der ARGE Volkskultur Kärnten und Landesobmann des Kärntner Bildungswerks)
III.b.4. Idee und Praxis der Tanzleistungsabzeichen, Tanz- und Plattelwettbewerbe
Ursula Schumacher (Salzburger Volkskultur)
III.b.5. „Mit allen Sinnen“.
Die Bedeutung des Volksliedwerks für den Volkstanz (historisch und gegenwärtig, Verbindungen)
Mag. Irene Riegler (Österreichisches Volksliedwerk)
III.b.6. Die Entwicklung des "Offenen Tanzens" in Südtirol
Mag. Klaus Demar (Südtirol)
IV. Visionen
IV.a. Volkskultur als rechte Jugendkultur? - Volkstanz und Volkskultur in der Gedankenwelt junger Neonazis
bzw. Rechtsradikaler
Während „Volkstanz“ in der Zwischen- und Nachkriegszeit vielfach ein bei weitem nicht nur
konservatives, sondern auch deutlich rechtsradikales bzw. deutschnationales Programm darstellen
konnte, war um die Jahrtausendwende bemerkbar, dass Institutionen der „Volkstanzpflege“ immer
stärker ihren „unpolitischen“ Charakter profilieren wollten oder sogar bestrebt waren, sich
gegenüber nationalistischen Ideologien – besonders dem Nationalsozialismus – abzugrenzen.
Nichtsdestoweniger war und ist „Volkskultur“ ein fester Bestandteil der Rhetorik und Bezugnahmen
rechter Gruppierungen. Dennoch wurde das „Nachwuchsproblem“ von Vereinen, die sich der
„Weitergabe“ von Traditionen verpflichtet haben, nicht durch Zuzug von rechtsradikalen Gruppen
gelindert oder gar gelöst, obwohl gerade deren ExponentInnen immer jünger werden. Die Absicht
dieses Artikels wird es sein, vor allem in Interviews mit jugendlichen oder jungen Neonazis bzw.
Rechtsradikalen dieser möglichen Auseinanderentwicklung und ihren Ursprüngen nachzugehen und
damit auch festzustellen, ob bzw. warum „Volkskultur“ keinen programmatischen Platz mehr in den
Vorstellungen rechtsradikaler junger Menschen einnehmen kann.
Mag. Stefan Benedik Karner (Historiker Graz/Prag)
IV.b. Jugendkulturen und Tradition – Widerspruch oder Chance?
Dr. Barbara Großegger (Institut für Jugendkulturforschung Wien)
IV.c. Warum ich mich (nicht) für Volkstanz interessiere – persönlich geprägte Kurzstatements
Mag. Waltraud Froihofer (Ethnologin)
IV.d. „Zukunftsgespräche“ der Bundesarbeitsgemeinschaft österreichischer Volkstanz oder: Ist der Volkstanz noch zu retten?
Orientierungsfragen und Positionierungen Ende des 20 Jahrhunderts. Volkstanz und Bilder von Ländlichkeit heute.
Ing. Herbert Zotti (Geschäftsführender Vorsitzender des Wiener Volksliedwerks)
V. Infoteil